Veranstaltungskalender
Unser Veranstaltungskalender wird laufend ergänzt, daher verzichten wir mittlerweile auf die quartalsweise Zusammenstellung der Aktivitäten. Mitglieder der „Archäologischen Gesellschaft in Sachsen e.V.“ informieren wir per E-Mail über die aktuellen Veranstaltungen. Hinweise, Ergänzungen und Vorschläge hierzu werden gerne per E-Mail an info@agis.sachsen.de oder postalisch entgegen genommen!
Auf einen Blick: die aktuellen AGiS-Aktivitäten
*AKTUELL* Presseberichterstattung zur aktuellen Lage von Archäologie und Denkmalplege in Sachsen
3.6.2026
„Streit um die Zukunft der Denkmalpflege“/ARD Mediathek
3.6.2026
„Reformpläne: Fachleute sehen Sachsens Denkmalpflege in Gefahr“//mdr
3.6.2026
„Reformpläne: Denkmalschützer befürchten drastische Folgen“//Freie Presse
1.6.2026
„Denkmalpflege und Archäologie: Breiter Protest gegen Pläne der Ämter-Fusion in Sachsen“//Tag 24
*AKTUELL* Offener Brief zur Zerschlagung der Denkmalpflege in Sachsen

Offener Brief: Wie weiter mit der archäologischen Denkmalpflege in Sachsen?
Dresden, 17.03.2026
Sehr geehrte Frau Staatsministerin Klepsch,
sehr geehrte Frau Staatsministerin Kraushaar,
sehr geehrte Damen und Herren,
mit großer Sorge haben wir aus jüngsten Presseberichten von insgesamt 64 Prüfaufträgen der sächsischen Staatsregierung Kenntnis genommen. Besonders beunruhigt uns in diesem Zusammenhang jedoch die öffentlich diskutierte Möglichkeit, das Landesamt für Archäologie Sachsen mit dem Landesamt für Denkmalpflege zusammenzulegen und beide Einrichtungen in eine noch größere Behördenstruktur zu integrieren. Wir befürchten, dass dadurch die hohe Qualität der archäologischen Arbeit im Freistaat Sachsen, die stets ein Aushängeschild der außeruniversitären Forschung war, erheblich beeinträchtigt oder gar nachhaltig beschädigt werden könnte.
Wir, die Archäologische Gesellschaft in Sachsen e.V. (AGiS), setzen uns seit 15 Jahren zivilgesellschaftlich für die Förderung und Vermittlung der archäologischen Denkmalpflege ein – in enger Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen, unter dessen Dach auch das Staatliche Museum für Archäologie Sachsen (smac) angesiedelt ist, sowie mit weiteren universitären Einrichtungen in Sachsen. Das stetige Wachstum unseres Vereins spiegelt das ausgeprägte öffentliche Interesse an archäologischen Themen wider, was sich auch in den steigenden Teilnahmezahlen an unseren zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen für Jung und Alt zeigt.
Die AGiS unterstützt das Landesamt für Archäologie Sachsen, das als Fachbehörde für die archäologischen Denkmäler des Landes zuständig ist, seit Jahren erfolgreich bei der Vermittlung archäologischen Wissens an eine breite Öffentlichkeit. Dazu zählen unter anderem Informationsangebote im ländlichen Raum, Wanderausstellungen, digitale Formate sowie die Präsenz bei landesweiten Veranstaltungen, zuletzt etwa beim Tag der Sachsen in Sebnitz oder bei den jährlich stattfindenden Tagen der Landesarchäologie von Sachsen. Bei diesen hatten sich im November 2025 wieder mehr als 300 Fachleute und ehrenamtlich engagierte Denkmal- und Bodendenkmalpfleger eingefunden, um sich über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Ergebnisse der Arbeiten in der Landesarchäologie zu informieren und auszutauschen. Sie, sehr geehrte Frau Staatsministerin Klepsch, hatten in Ihrem Grußwort sowohl allen praktisch und wissenschaftlich Engagierten als auch den vielen ehrenamtlich Tätigen nicht nur für ihr Wirken gedankt, sondern diese auch ermuntert, sich weiter intensiv für die Archäologie Sachsens einzusetzen. Ein besonderes Beispiel für unsere Zusammenarbeit mit dem Landesamt ist die Realisierung des Archaeo-Pfades in Dresden, eines kulturhistorischen Rundwanderwegs am Geberbach bei Prohlis, der archäologische Fundstellen von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart anschaulich präsentiert, in kulturgeschichtliche Zusammenhänge stellt und so als innovatives Bildungsformat breite Bevölkerungsschichten anspricht.
Die Archäologie hat sich in den vergangenen Jahren in den Medien zu einer Leitwissenschaft entwickelt. Zahlreiche Beiträge in Presse und Fernsehen belegen dies eindrucksvoll. Dabei stehen nicht nur herausragende Einzelbefunde wie die Himmelsscheibe von Nebra im Fokus, sondern auch die grundlegende Bedeutung archäologischer Forschung für die historische Selbstverortung der Menschen. Archäologie vermittelt Identität, Heimat und wichtiges historisches Wissen weit vor jeglicher schriftlichen Überlieferung und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Verankerung in unserer Gesellschaft.
Ein klarer Beleg für das hohe fachliche Ansehen des Landesamts für Archäologie Sachsen ist das Ranking der Sächsischen Zeitung für das Jahr 2025 im Bereich Forschung. Dort wurde das Landesamt für Archäologie mit dem gemeinsam vom sächsischen Ministerpräsidenten präsentierten bronzezeitlichen Depotfund von KleinNeundorf auf den ersten Platz gesetzt. Dieses Renommee ist das Ergebnis einer klaren fachlich hochspezialisierten Arbeit, institutionellen Eigenständigkeit und kontinuierlichen wissenschaftlichen Weiterentwicklung. Bereits 2024 nahm das Landesamt für Archäologie Sachsen mit dem montanarchäologischen Projekt „ArchaeoTin“ einen ersten Platz ein.
Die Erfahrungen der letzten Jahre in zahlreichen Wissensbereichen zeigen deutlich, dass Spezialisierung und fachliche Schärfung zu besseren Ergebnissen führen als eine Zusammenlegung zu größeren, vermeintlich „schlagkräftigeren“, jedoch in der Realität deutlich trägeren und verwaltungsintensiveren Einheiten. Dies gilt für die Forschung mit ihrer Ausdifferenzierung in Disziplinen ebenso wie für die Denkmalpflege. Nur ein fachgerechter, mit wissenschaftlich Begründung versehener Ansatz, der einer ständigen Weiterentwicklung unterliegt, ist in der Lage, die archäologischen Denkmäler mit ihren spezifischen Anforderungen sachgerecht zu schützen sowie sie im Falle ihrer Gefährdung angemessen zu untersuchen und zu dokumentieren.
Dabei ist die Unabhängigkeit des Landesamtes für Archäologie Sachsen als Fachbehörde zur Beurteilung der Schutzwürdigkeit von archäologischen Denkmälern im Zusammenspiel mit den hierarchisch gestaffelten, für den Vollzug zuständigen Denkmalschutzbehörden eine wesentliche Grundlage für diese Aufgabe.
Sehr erschrocken waren wir auch über den sich in einem Prüfauftrag andeutenden Gedanken, das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) aus dem Landesamt für Archäologie Sachsen herauszulösen. Das smac kann mit seiner Dauerausstellung nur als integraler Bestandteil des Landesamtes existieren: Die archäologischen Funde des Landesamtes sind die Exponate jeglicher musealen Präsentation und die Basis musealer Forschung am Ausstellungsobjekt. Nur in dieser institutionellen Einheit kann der denkmalpflegerische Auftrag des Landesamtes für Archäologie umfassend erfüllt werden: Die laufenden Forschungen des Landesamtes überprüfen, erweitern und präzisieren kontinuierlich das Wissen über das archäologische Erbe Sachsens und sichern damit die wissenschaftliche Aktualität und Glaubwürdigkeit der Ausstellungen im smac, das als Schaufenster der sächsischen Archäologie fungiert und mit seinen zahlreichen regelmäßigen Sonderausstellungen die Landesarchäologie in überregionale kulturgeschichtliche Zusammenhänge einbettet.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der derzeitigen Organisationsform liegt in der hohen Flexibilität und Bürgernähe kleinerer, spezialisierter Behörden. Die starke Präsenz des Landesamts für Archäologie Sachsen im ländlichen Raum, seine niederschwelligen Vermittlungsangebote sowie die gezielte Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen haben in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Aus unmittelbaren Rückmeldungen, die wir als AGiS auch bei unseren Veranstaltungen erhalten, wird dieses zivilgesellschaftliche Engagement von den Menschen in Sachsen sehr geschätzt und stärkt das Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen. Die gesellschaftliche Akzeptanz von Denkmalpflege und Archäologie ist unserer Erfahrung nach ein wichtiger Baustein eines kulturellen Selbstbewusstseins, das gerade in Sachsen von zentraler Bedeutung ist. Wir Archäologinnen und Archäologen im Vorstand der AGiS, tätig in einem breiten Feld der Denkmalpflege und Archäologie, sind überzeugt, dass die bestmögliche Vermittlung von Wissen über unsere frühe Geschichte sowie die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger bei der Suche nach historischer Identität und Heimat aus der Mitte der Gesellschaft heraus erfolgen müssen. Gerade die Parteien der politischen Mitte tragen hierfür eine besondere Verantwortung, damit dieser zentrale Bereich kultureller Verankerung nicht von extremistischen Ideologien übernommen, missbraucht und vereinnahmt wird.
Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie eindringlich, die Einheit des Landesamts für Archäologie Sachsen mit dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz als unabhängige, selbstständige und bedeutende kulturelle Einrichtungen der Archäologie im Freistaat Sachsen zu bewahren und von einer Zusammenlegung mit dem Landesamt für Denkmalpflege oder einer Integration in eine Großbehörde abzusehen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Florian Innerhofer
für den Vorstand und die Mitglieder der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen e.V.
14. Juni 2026 / 10-16:30 Uhr / Workshop Archäologische Grabung, Bergbau-Technik-Park/Großpösna *AUSGEBUCHT*
Tagebau und Archäologie gehören zusammen. Lernen Sie Ausgrabungsmethoden kennen und greifen Sie selbst zu Spaten, Kelle und Pinsel.
Für den Tagebau Espenhain musste der Ort Magdeborn abgebaggert werden. Er war kulturgeschichtlich so bedeutend, dass sogar zu DDR-Zeiten archäologische Grabungen dort stattfanden.
Nach einem Kurzvortrag zu der Tagebauarchäologie im Südraum Leipzigs werden Sie selbst aktiv. Unter professioneller Anleitung ergraben Sie einen rekonstruierten Befund, dokumentieren Ihre Ergebnisse und lernen typische Arbeitsmethoden der Archäologie kennen – vom sorgfältigen Freilegen über das Vermessen und Zeichnen bis hin zum Bestimmen und Deuten der Funde.
Programm:
• Einführungsvortrag zur Archäologie in der Tagebauregion
• Praktische Grabung an nachgestellten Befunden
• Mittagsimbiss
• Dokumentation und Auswertung der Funde
• Kaffee & Kuchen
Teilnahmegebühr:
50,00 € p.P. (inkl. Eintritt, Getränke und Verpflegung)
Max. 12 Teilnehmende (Mindestalter 14 Jahre)
Workshopleitung:
Email: Petra.schug@bergbau-technik-park.de oder Telefon: 034297 140 127
Weitere Informationen
27. Juni 2026 / 10.00 Uhr / Archäologisch-heimatkundliche Radtour durch die Lommatzscher Pflege
Leitung: Dr. Michael Strobel (Landesamt für Archäologie Sachsen & AGiS-Mitglied), Frank Ende (c)
Treffpunkt: 01665 Krögis, Parkplatz zwischen Kirchgasse 6 und Meißner Straße 3
Die mittlerweile 18. archäologisch-heimatkundliche Radtour führt in diesem Jahr von Krögis durch das Löthainer Lösshügelgebiet bis in das Tal der „Kleinen Jahna“, um dann über die Seilitzer Hochfläche bei Zöthain die Einmündung des Käbschützbaches in den Ketzerbach zu erreichen. Die Rückkehr an den Ausgangspunkt erfolgt durch das Käbschützbachtal. An der Strecke liegen nicht nur zahlreiche archäologische Denkmale, die die gesamte Besiedlungsgeschichte der Lommatzscher Pflege von der ausgehenden Altsteinzeit bis ins Mittelalter spiegeln, sondern auch Rittergüter, Herrensitze und stattliche Bauernhöfe des 19. und 20. Jh. Insbesondere das mit wertvollen bemalten Balkendecken ausgestattete Herrenhaus von Niederjahna, zu dem auch ein Landschaftspark des 19. Jh. gehört, wird einen Höhepunkt der Rundfahrt darstellen.
Unterwegs besteht die Möglichkeit zur Mittagseinkehr. Tourende gegen 17.30/ 18.00 Uhr.
Streckenlänge: ca. 30 Kilometer. Im Lösshügel müssen erhebliche Höhenunterschiede bewältigt werden.
Kosten: AGiS-Mitglieder gratis. Gäste: 2 €
ANMELDUNG erforderlich. Begrenzte Teilnehmerzahl. Berücksichtigung der Anmeldungen nach Eingang.
In Kooperation mit dem Landesamt für Archäologie Sachsen, dem Landesverein Sächsischer Heimatschutz e.V., dem Förderverein für Heimat und Kultur in der Lommatzscher Pflege e.V. und dem Landgestalten e.V..
4. Juli 2026 / Sommerfest im Park Canitz

SOMMERFEST der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen e.V.
Datum: Samstag, 04.07.2026
Ort: Natur- und Geschichtspark Canitz, Canitz 20, 04808 Thallwitz
Zeitplan: ab 14:00 Uhr
Anfang Juli findet wieder unser alljährliches Sommerfest statt. In diesem Jahr laden wir Sie gemeinsam mit dem Natur- und Geschichtspark Canitz bei Wurzen zu einem „Steinzeittag“ an die schöne Mulde ein.
Im historisch-archäologischen Freigelände des Parks lässt sich die Besiedlungsgeschichte des Mulde-Parthe-Gebiets von der Altsteinzeit bis ins Mittelalter anschaulich erleben – eingebettet in die Entwicklung von Klima, Vegetation und Landschaft. Besucher können originalgetreu nachgebildete Siedlungen und Bauwerke entdecken, darunter ein jungsteinzeitliches Langhaus, einen bronzezeitlichen Töpferofen und eine Bronzegießerei sowie einen eisenzeitlichen Rennfeuerofen. Ergänzt wird das Gelände durch rekonstruierte Unterkünfte und Speicher der Germanen und Slawen sowie historische Feldwirtschaften, die einen lebendigen Einblick in das damalige Alltagsleben vermitteln.
Im „Steinzeitatelier“ des Parks können sich junge und betagte AGiS-Gäste im Pfeil- und Bogenschießen und im Speerwurf mit Speerschleuder versuchen!
- Info: Für die Erneuerung einzelner Ausstellungsstücke und der erläuternden Texttafeln vor Ort hat der Park in diesem Jahr eine Projektförderung der AGiS erhalten!
Damit wir unser gemeinsames Sommerevent bestmöglich vorbereiten können, erbitten wir wieder Ihre Mithilfe. Kaffee und Getränke können vor Ort erworben werden. Aber wir möchten gern mit Ihrer Unterstützung wieder ein Mitbringbuffet organisieren. Dafür haben wir eine Umfrageliste vorbereitet, und freuen uns sehr, wenn Sie das Fest mit einem kleinen süßen oder herzhaften kulinarischen Beitrag unterstützen. https://werbringtwas.com/poll/d792839
Wer möchte, kann uns natürlich auch ein entsprechendes Email schicken!
Wir freuen uns über zahlreiche Gäste und ein sommerliches Beisammensein.
Anmeldung: Um ANMELDUNG wird bis zum 02.07.2025 gebeten.
15. August 2026 / 10-16:30 Uhr / Workshop Archäologische Grabung, Bergbau-Technik-Park/Großpösna
Tagebau und Archäologie gehören zusammen. Lernen Sie Ausgrabungsmethoden kennen und greifen Sie selbst zu Spaten, Kelle und Pinsel.
Für den Tagebau Espenhain musste der Ort Magdeborn abgebaggert werden. Er war kulturgeschichtlich so bedeutend, dass sogar zu DDR-Zeiten archäologische Grabungen dort stattfanden.
Nach einem Kurzvortrag zu der Tagebauarchäologie im Südraum Leipzigs werden Sie selbst aktiv. Unter professioneller Anleitung ergraben Sie einen rekonstruierten Befund, dokumentieren Ihre Ergebnisse und lernen typische Arbeitsmethoden der Archäologie kennen – vom sorgfältigen Freilegen über das Vermessen und Zeichnen bis hin zum Bestimmen und Deuten der Funde.
Programm:
• Einführungsvortrag zur Archäologie in der Tagebauregion
• Praktische Grabung an nachgestellten Befunden
• Mittagsimbiss
• Dokumentation und Auswertung der Funde
• Kaffee & Kuchen
Teilnahmegebühr:
50,00 € p.P. (inkl. Eintritt, Getränke und Verpflegung)
Max. 12 Teilnehmende (Mindestalter 14 Jahre)
Workshopleitung:
Email: Petra.schug@bergbau-technik-park.de oder Telefon: 034297 140 127
Weitere Informationen
06. September 2026 / 8:00 Uhr / Busexkursion: „Staffelstab – Erinnerung in Bewegung“. Gedenkfahrt durch die Oberlausitz – eine Spurensuche an Orten jüdischer Verfolgung im Nationalsozialismus
„Staffelstab – Erinnerung in Bewegung“. Gedenkfahrt durch die Oberlausitz – eine Spurensuche an Orten jüdischer Verfolgung im Nationalsozialismus
Treffpunkt: 7:45 Uhr, Dresden-Hauptbahnhof, Bushaltestelle Bayrische Straße
Im Rahmen des Themenjahres „TACHELES – Jüdische Kultur in Sachsen 2026“ lädt das Projekt „Staffelstab – Erinnerung in Bewegung“ zu einer bewegenden Reise ein: einer gemeinsamen Gedenkfahrt zu Orten jüdischer Verfolgung und NS-Zwangsarbeit in der Oberlausitz.
Die ganztägige Busfahrt führt zu historischen Stationen in Kamenz-Herrental, Salzenforst, Bautzen, Görlitz und in die ehemaligen Steinbrüche Königshainer Berge bei Königshain. Viele dieser Orte sind heute kaum noch sichtbar – ehemalige Lagerstandorte liegen am Rand der Städte, Orte der Ausbeutung und Tötung wurden überbaut oder sind in Landschaft übergegangen, jüdische Friedhöfe wirken still und abgelegen. Und doch verdichten sich hier die Spuren der Deportation, Entrechtung und Ermordung jüdischer Menschen zu einer Geschichte, die Teil dieser Region ist.
An den einzelnen Orten geben Menschen mit historischem und archäologischem Fachwissen sowie lokale Initiativen und Gedenkvereine Einblicke in die Zusammenhänge und in das, was vor Ort noch erkennbar ist – oder bewusst unsichtbar gemacht wurde. Kurze musikalische Beiträge begleiten die Fahrt und schaffen Momente des Innehaltens.
Ein besonderer Bestandteil des Projekts sind Beiträge von Jugendlichen aus der Region. Sie haben sich im Vorfeld intensiv mit einzelnen Orten auseinandergesetzt und eigene, temporäre Formen des Erinnerns entwickelt. Während der Gedenkfahrt werden diese Arbeiten an den jeweiligen Stationen sichtbar – als Zeichen dafür, dass Erinnerung nicht abgeschlossen ist, sondern weiterlebt. Das Projekt „Staffelstab“ steht für das Weitergeben von Erinnerung – von Ort zu Ort, von Vergangenheit zu Gegenwart, generationenübergreifend.
Stationen
Kamenz: ehemaliges KZ-Außenlager im Herrenthal
Salzenforst: Ort des Massenmordes an jüdischen Frauen während eines Evakuierungsmarsches von Auschwitz nach Buchenwald
Bautzen: ehemaliges KZ-Außenlager an der Fabrikstraße (heute Alstom), jüdischer Friedhof Bautzen sowie Ausstellung zu jüdischen Familienschicksalen im Museum Bautzen
Königshain: Steinbruch „Paradiesfelsen“, ehemals in jüdischem Besitz
Görlitz: ehemaliges KZ-Außenlager im Biesnitzer Grund und jüdischer Friedhof
Während der Fahrt besteht die Möglichkeit, in Bautzen gemeinsam zu Mittag zu essen. Im Anschluss kann der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen in Görlitz ausklingen. Beide Angebote sind optional und nicht im Ticketpreis enthalten.
Die Veranstaltung endet gegen 19:00 Uhr.
Kosten: 20 €/ Person (enthält Bustransfer, Führungen, Museumseintritt). Tickets sind ausschließlich im Vorverkauf erhältlich. Zur TICKET-BUCHUNG. Begrenzte Zahl an Teilnehmenden. Voraussichtlich drei Wochen vor der Veranstaltung erhalten Sie detaillierte Informationen zum Tagesverlauf per Mail an die Adresse, die Sie beim Ticketkauf angegeben haben. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Susanne Schöne (Projektleitung) unter folgender Email-Adresse: info@agisachsen.de
Bitte beachten Sie: die Veranstaltung ist leider nicht barrierefrei zugänglich. Bitte bringen Sie für die Fußwege geeignetes Schuhwerk und dem Wetter entsprechende Kleidung mit.
In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe „Via Regia – jüdisch – unterwegs“ (Gemeinschaftsprojekt von „Notenspur Leipzig e.V.“ und „Kommen und Gehen. Das Sechsstädtebundfestival! e.V.„) sowie dem Landesamt für Archäologie Sachsen und dem „VIA REGIA Begegnungsraum – Landesverband Sachsen e.V.„.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.
06. September 2026 / Archäologischer Marktplatz des LfA Sachsen in Dresden
Details folgen.
27. und 28. November 2026 / "Tage der Landesarchäologie 2026" in der Dreikönigskirche - Haus der Kirche, Dresden
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