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Rückblicke 2019

Besuch des "Museums für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge" (MiBERZ) in Dippoldiswalde

 

Am 16. Februar stand das "Museum für mittelalterlichen Bergbau" im Schloss von Dippoldiswalde auf dem Programm. Die kleine exzellente Schau präsentiert Ergebnisse montanarchäologischer Untersuchungen, die vorrangig im Rahmen des ArchaeoMontan-Projektes in den Jahren 2012 bis 2018 im sächsisch-böhmischen Erzgebirge gewonnen wurden. Zahlreiche Holzobjekte haben über 800 Jahre unter Tage überdauert und werden nun - nach aufwändiger Bergung und Konservierung - einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Dabei sind sie weit mehr als technikgeschichtliches Anschauungsmaterial: Im günstigen Fall verraten die Hölzer anhand ihrer Jahresringe das genaue Fälljahr und die Art des jeweiligen Baumes. Neben diesen europaweit einzigartigen Fundstücken, die die Arbeit unter Tage illustrieren, werden Alltagsgegenstände aus den ältesten Bergbausiedlungen Sachsens und Böhmens gezeigt. Eingebettet werden die Funde in den Kontext aus schriftlicher Überlieferung und historischen Abbildungen. Wem nach dem Museumsbesuch der Sinn nach einem Spaziergang stand, der folgte dem Bergbaulehrpfad: Der Rundgang durch das Dippoldiswalder Stadtgebiet verbindet obertägig Fundstellen, die Gegenstand archäologischer Forschungen waren.

Abbildungsnachweis: © Landesamt für Archäologie Sachsen (1), AGiS (2-4)


Die Meißner Albrechtsburg: Kellerführung für Erwachsene & Taschenlampenexpedition für Kinder

 

In der Abenddämmerung des 3. Februar statteten wir der Meissner Albrechtsburg einen Besuch der besonderen Art ab: Während die mit Taschenlampen ausgerüstete Kindergruppe die oberen Schloss-Etagen durchstreifte, widmeten sich die Erwachsenen den Kellern. Von der Jahrtausende langen Nutzung des Plateaus zeugen u.a. spätbronzezeitliche/ früheisenzeitliche und frühdeutsche Kulturschichten im Profil der Stirnwand einer Kellertonne. Im 10. und 11. Jahrhundert war Meißen mit Burg, früher Stadt und Bischofssitz das Zentrum der Mark Meißen. Erst um 1100 festigten sich die Machtkonstellationen zugunsten der Wettiner, die nun hier ihren Herrschaftsmittelpunkt schufen. 1471 -1493 wurde im Bereich der ehemaligen Markgrafenburg die heutige Albrechtsburg errichtet. Mit diesem Neubau entstanden die Mehrheit der unterirdischen Tonnengewölbe sowie ein überdimensionaler Toiletten-Schacht. Teile des Untergeschosses des alten markgräflichen Palastes und der Burgmauer des 12. Jahrhunderts wurden in die neue Anlage einbezogen und sind heute noch sichtbar.

Nachdem sich die Bauherren Ernst und Albrecht von Sachsen 1485 überworfen hatten, nutzten die Wettiner das Schloss im 16. und 17. Jahrhundert vorwiegend saisonal. Das änderte sich 1710 mit dem Einzug der Porzellanmanufaktur: Die Keller dienten nun als Masselager und Brennräume, später auch als Formenlager. Im heutigen Lapidarium trieb ein Pferdegöpel diverse Maschinen an, die sich in den oberen Etagen des Schlosses befanden. Während des Zweiten Weltkrieges lagerten unter der Albrechtsburg bedeutende Kunstschätze wie der Aachener Domschatz und die Sixtinische Madonna.

Für die abschließende Schneeballschlacht bot der Dom, einst Grablege der Wettiner, eine prachtvolle Kulisse. Wir danken Armin Peters und Anja Graul für den anheimelnden Abend!