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Rückblicke 2017

Blick hinter die Kulissen der Porzellan-Manufaktur Meissen: Exklusiv-Führung durch Manufaktur und Formenarchiv mit Chefplastiker Jörg Danielczyk

 

Wer vor sieben Jahren die vom Landesamt für Archäologie Sachsen maßgeblich kuratierte Ausstellung "Luxus in Scherben" in Dresden gesehen hat und heute in dem reich bebilderten Katalog blättert, wird nachvollziehen können, wie viel Porzellanherstellung und Archäologie miteinander zu tun haben, und dass das älteste europäische Zentrum der Porzellanherstellung in Europa auf der Meissener Albrechtsburg lag. Hier haben Archäologen die Brennöfen der berühmten Porzellanmanufaktur und die Pferdegöpel für die Masseaufbereitung im Kornhaus freilegt. Weitere Zeugnisse der Porzellanherstellung sind die Scherbenhalde am Nordhang des Schloßberges zur Meisa hin sowie die Schlossröhrfahrt zur Wasserversorgung der Produktionsstätten. Erst 1867, über 100 Jahre nach ihrer Gründung wurde die Produktion aus technischen Gründen vom Burgberg in das Triebischtal verlegt. Ein Besuch der Meissener Porzellanmanufaktur durch die Archäologische Gesellschaft in Sachsen war also längst überfällig.

Am Samstag, dem 4.3.2017 war es schließlich so weit. Wir verdanken die Besichtigung unserem Mitglied Jörg Danielczyk, der als Chefdesigner das Unternehmen seit Jahren mit geprägt und manche Großplastik aus Porzellan wie eine lebensgroße "Saxonia" im Abendkleid gestaltet hat. Eine Probe seines künstlerischen Könnens durften die Teilnehmer am Ende sogar mit nach Hause nehmen. Herzlichen Dank!

Gleich zwei Vorträge und eine ausgedehnte Führung boten die einmalige Gelegenheit, nicht nur die Geschichte des Hauses und den Lebenslauf eines führenden Mitarbeiters, sondern auch das Herzstück der Herstellung, das Formenarchiv kennenzulernen, durch das uns sein Leiter, Herr Marschner führte. Währenddessen erfuhr der Nachwuchs von Frau Danielczyk, wie Porzellan hergestellt wird und im 18. Jahrhundert den höfischen Alltag bestimmte. Der pädagogische Erfolg zeigt sich an dem Eifer, das erworbene Wissen über barocke Sitten gleich beim Decken des Abendessentisches nutzbringend anzuwenden.

Wir möchten uns beim Ehepaar Danielczyk und Herrn Marschner ganz herzlich für einen ebenso informationsträchtigen wie kurzweiligen Nachmittag bedanken, der allen als ein Höhepunkt unseres Aktivitätsjahres in Erinnerung bleiben wird.


Winterexkursion zur Sonderausstellung "Aus dem Bautzener Untergrund - Neues aus der Stadtarchäologie" im Museum Bautzen mit Vortrag

 

Ziel unserer diesjährigen Winterexkursion war die Finisage der Sonderausstellung "Aus dem Bautzener Untergrund - Neues aus der Stadtarchäologie" im Museum Bautzen. Einführend stellte Dr. Thomas Westphalen in seinem Vortrag "500 Jahre Bautzener Stadtgeschichte im Spiegel archäologischer Quellen" das Aufkeimen der Stadt anhand von Bodenfunden und den ältesten Schriftquellen vor, veranschaulichte die überregionale Einbindung Bautzens in das historische Verkehrsnetz und schlug den Bogen zu anderen Frühstädten Sachsens. Anschließend führte unser Mitglied Museumsleiter Dr. Jürgen Vollbrecht durch die umfangreiche und in wunderbar stimmungsaufhellenden Farbtönen gehaltene Ausstellung. Schlaglichtartig wurden aktuelle Grabungen aus dem Bautzener Stadtgebiet sowie die Arbeitsweise von Archäologen vorgestellt. Vielfältige Bodenfunde illustrierten den Alltag der Stadtbevölkerung im Wandel der Jahrhunderte. Wer Freude am Rätselraten hat, war hier am richtigen Ort. Eine wichtige Einsicht: Was der Untergrund preisgibt, sind nicht immer Antworten. Andernfalls wäre es auch nur halb so spannend...

Wir danken beiden Referenten und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen im Museum Bautzen, wo am 8. April unsere Jahrestagung stattfinden wird.