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Aktivitäten - Exkursionen und Vorträge

Aktuelle Aktivitäten: Februar - Juni 2020

Unser Veranstaltungskalender, der quartalsweise erscheint, enthält nicht nur die Aktivitäten der Archäologischen Gesellschaft in Sachsen e.V., sondern auch ausgewählte Veranstaltungen Dritter, die unser Programm thematisch und räumlich ergänzen. Hinweise, Ergänzungen und Vorschläge hierzu werden natürlich gerne postalisch oder per Mail an aktivitaetenagis.sachsende entgegen genommen!

Vorläufiger Terminplan 2020 (Stand: 01.02.2020) 


Auf einen Blick: die aktuellen AGiS-Aktivitäten

Die Veranstaltung wird verschoben.

Leitung: Dr. Susanne Baudisch (Historikerin & AGiS-Mitglied)

Treffpunkt: 10.00 Uhr am Hauptportal der Marienkirche in 04552 Borna, Martin-Luther-Platz. Parkmöglichkeit auf dem Edeka-Parkplatz

Der Leipziger Südraum wurde kontinuierlich seit dem Mittelalter besiedelt: mit dörflichen Siedlungen und Wehranlagen im Kontext einer sich entwickelnden sorbischen Burgbezirks-verfassung seit dem 8. und 9. Jahrhundert - mit der fränkisch-deutschen Eroberung und Integration in die Marken- und Bistumsorganisation seit dem 10. Jahrhundert - mit den nachfolgenden Prozessen von Kolonisation und Landesausbau im 11. und 12. Jahrhundert, die das Bild unserer heutigen Kulturlandschaft in wesentlichen Zügen geformt haben.

Eine Besonderheit des diesjährigen Zielgebietes ist es, dass dieser Bereich bereits frühzeitig, d.h. an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert und ausgehend vom Weiße-Elster-Raum um Groitzsch und Pegau von den frühen Landesausbau-Maßnahmen Wiprechts von Groitzsch erfasst wurde. Zum einen begeben wir uns auf die Spuren von Siedlung und Herrschaft aus jener Frühzeit der Kolonisation, für die exemplarisch Orte wie Eula und (Bad) Lausick stehen. Zum anderen sind in diesem Raum auffallend dicht Wasserburgen bzw. befestigte Anlagen unterschiedlicher Ausprägung archäologisch gut fassbar, oft benachbart zu bemerkenswerten Kirchenbauten.

Ablauf

Vor Ort wird eine Karte mit der Exkursionsroute ausgegeben.

- Borna: Marienkirche, spätgotische Hallenkirche

- Eula: Wiprechtskirche, romanische Saalkirche mit Querwestturm (1090 villa, lignea basilica; 1341 Pfarrer); fraglich befestigter Herrensitz (1206) in der Niederung der Eula (ohne Besichtigung)

- Durchfahrt Thierbach: mittelalterliche Turmhügel "Schneckenberg" (sw des Ortes); Schloss im Ort (1888)

- Durchfahrt Trages: mittelalterliche Wehranlage "Pfarrwall" im Bereich von Kirche, Pfarrhof und Gutshof (verebnete Wallanlage oder fraglich befestigter Kirchhof?)

- Großpötzschau:  Ringwall "Malberg", Wallanlage in der Göselaue, Nutzung 10.-13. Jh.; Herrensitz 1206 unsicher Kleinpötzschau romanische Chorturmkirche des 13. Jh., Wandmalereien

13.00 - 14.00 Uhr Mittagseinkehr in der Gaststätte Thierbach (Essensauswahl bei Exkursionbeginn)

- Oelzschau: mittelalterliche Wasserburg, Insel im Gutsteich, 1265 Herrensitz im Gutsbereich (Rittergut bis 20. Jh.); romanische Saalkirche mit Querwestturm

- Hainichen: mittelalterliche Wasserburg "Insel" / "Ätzschert" am nördl. Ortsrand (kein mittelalterlicher Herrensitz, 1552 Rittergut); romanische Chorturmkirche

Steinbach: mittelalterliche Wasserburg ("Schloss") im Gutsbereich, 1168-1204 grangia des Klosters Pforta, 1218 Herrensitz > Rittergut bis 20 Jh.; romanisch-spätgotische Saalkirche

Durchfahrt/ Zwischenstop:

  • Beucha: mittelalterliche Chorturmkirche in Spornlage über einem See
  • Wüste Mark Köllsdorf vor Lausick (Nähe Zeltplatz)
  • Etzoldshain: romanische Saalkirche

- Bad Lausick: 15.30-16.30 Uhr Führung durch die Kilianskirche; dreischiffige romanische Pfeilerbasilika des 12. Jh., Fresken in der Apsis Lausick im Kontext der Siedlungsgenese von Burg-Stadt-Kirche des 11./12. Jh. Parkmöglichkeiten an und unterhalb der Kirche samstags kostenfrei.

Die Exkursion endet gegen 16.30 Uhr in Bad Lausick.

ABLAUF zum download

Kosten: 6 €

Begrenzte Teilnehmerzahl. ANMELDUNG erforderlich. Bitte denken Sie an wettergerechte Kleidung und festes Schuhwerk.

In Kooperation mit dem Museum der Stadt Borna.

Abbildungsnachweis: © Susanne Baudisch

 

 

Die Veranstaltung ist abgesagt.

Treffpunkt: Glasmuseum Weißwasser, Forster Straße 12, 02943 Weißwasser

Seit 25 Jahren führt das Landesamt für Archäologie Sachsen archäologische Untersuchungen im Tagebauvorfeld von Nochten und Reichwalde durch. Die Sonderausstellung "Steinschläger - Pechkocher - Herzensbrecher. 14.000 Jahre Fundgeschichten im Lausitzer Tagebaurevier" präsentiert nun erstmalig die Funde in unmittelbarer Nähre ihres Auffindungsortes der Öffentlichkeit. Sie zeigt, wie sich die Landschaft im Laufe der Jahrtausende verändert hat und erzählt die wechselvolle Geschichte der Menschen, auf deren Spuren die Archäologen gestoßen sind. Die Präsentation von steinzeitlichen "Steinschlägern", mittelalterlichen "Pechkochern" und einem neuzeitlichen "Herzensbrecher" spannt einen zeitlichen Bogen von 14.000 Jahren. Beginnend mit den Resten des ältesten europäischen Waldes, bis zu den Funden aus dem neuzeitlichen Jagdschloss des Fürsten von Pückler-Muskau bietet sie einen repräsentativen Querschnitt der Archäologie im Vorfeld des Braunkohletagebaus. Durch die Ausstellung führt die Kuratorin Dr. Cornlia Rupp (Landesamt für Archäologie & AGiS-Mitglied). Im Anschluss besteht die Gelegenheit zur Besichtigung der Dauerausstellung des Glasmuseums Weißwasser.

Um ANMELDUNG bis 20. März 2020 wird gebeten.

Abbildungsnachweis: © Landesamt für Archäologie Sachsen

Details folgen.

Um ANMELDUNG wird gebeten.

Abbildungsnachweis: © Museum der Westlausitz Kamenz

Leitung: Matthias Weinhold

Details folgen.

Kosten: 10 €

Begrenzte Teilnehmerzahl. Verbindliche ANMELDUNG bis 31. Mai erforderlich.

Abbildungsnachweis: © Falk Bürger

Gemeinsame Busexkursion mit der Deutschen Burgenvereinigung e.V./ Landesgruppe Sachsen

Leitung: Dr. Ines Spazier

Abfahrt: 8.00 Uhr, Bushaltestelle Bayrische Straße am Dresdner Hauptbahnhof, 01069 Dresden

Samstag, 27. Juni: Dresden - Zarki Wielki (Groß Särchen) - Trzebiel (Triebel) - Zary (Sorau) - Bialowice (Billendorf) - Biecz (Beitzsch) - Brody (Pförten) - Cottbus

Verpflegung: in Sorau individuelles Mittagessen oder Selbstversorger, abends mit Halbpension im Hotel

  • Groß Särchen: 1353 der Sare, Raubschloss, kreisrunder Burghügel von 50 m Durchmesser und 3 m Höhe, Ruine eines ehem. dreigeschossigen, quadratischen Burghauses wohl aus dem 16. Jh. noch erhalten, Ziegelbau, gliedert sich in Haupt- und Vorburg, Vorburggelände im Osten deutlich erhöht
  • Triebel: 1329 Trybul et Prybus castris et oppidis, ehemalige Wasserburg, befand sich im Rittergutsbereich, jetzt Gutshaus von 1729, befindet sich auf einer Kuppe, die allseitig von einem Wassergraben umgeben war, der teilweise noch erhalten ist
  • Sorau: 1325 civitas et castum Soraw, Burg wohl Mitte des 13. Jhs. entstanden, 13./14. Jh. von Döben und von Pack Besitzer der Herrschaft und der Burg, von 1355-1551 Bibersteinscher Besitz, danach unter denen von Promnitz bis 1765 als Herrschaft Sorau-Triebel, nach 1765 sächsischer Staatsbesitz; Schlosskomplex in Biberstein- und Promnitzschloss gegliedert, Letzteres Anfang des 18. Jhs. errichtet, 2019 Schloss nach Sanierung durch Feuer beschädigt. Die mittelalterliche Burg befand sich im Bereich des Bibersteinschlosses, quadratischer Bau mit Turm und Innenhof, dreigeschossiges Gebäude, im 16. Jh. unter Verwendung gotischer Bauteile erbaut, burgartiger Charakter in seiner ursprünglichen Form wohl aus dem Spätmittelalter erhalten geblieben, Backstein- und unregelmäßiges Feldsteinmauerwerk, spätmittelalterliches Gewölbe im Saal, Wassergraben im Westen und Nordwesten erhalten geblieben
  • Billendorf: Wasserburg, allseitig von einem Wassergraben umgeben, der eine quadratische Innenfläche von 40 m Seitenlänge umschloss, Wassergraben war noch bis Anfang des 20. Jhs. auf der Nord-, West-, und Ostseite erhalten, jetzt teilweise eingeebnet, Gutshaus war ein Putzbau aus dem 18. Jh., als Ruine erhaltenFundplatz der bekannten früheisenzeitlichen Billendorfer Kultur (7./6. Jh. v. Chr.). namengebendes Gräberfeld liegt unweit des Schlosses im Wald
  • Beitzsch: ab 1937 Beitsch, 1316 dominus Johannes de Bitsch, ab 14. Jh. Sitz der Herren von Beitsch, ein aus Schlesien eingewandertes Geschlecht, die hier eine kleine Herrschaft aufbauen konnten, Wasserburg sowie der Rittergutskomplex waren vollständig mit einem Wassergraben umgeben, der nur noch teilweise erhalten ist, Rittergutskomplex mit Wohngebäuden und Wirtschaftshof noch gut erkennbar, Gutshaus ist heute eine Dreiflügelanlage, war ursprünglich quadratisches Gebäude
  • Pförten: besaß keine mittelalterliche Burg, entwickelte sich im 15. Jh. vom Dorf zum Städtchen, gehörte bis 1668 der Familie von Biberstein zur Herrschaft Forst-Pförten, ab 1740 bis 1945 unter Grafen von Brühl verwaltet, unter diesem Stadtanlage nach Plänen des Oberlandbaumeisters von Knöffel vollständig verändert und als Rechteck angelegt, Schloss ein dreigeschossiger Putzbau von 1741/49

Gegen 17.30 Uhr Ankunft im Hotel Dorotheenhof, Waisenstr. 19, 03046 Cottbus

Sonntag, 28. Juni: Cottbus - Polanowice (Niemitzsch) - Sekowice (Schenkendorf) - Amtitz (Gebice) - Dresden

Abfahrt gegen 9.30 Uhr

Verpflegung: nach Amtitz kleiner Imbiss am Bus oder Mittagessen bei Forst

  • Niemitzsch: Burgwall "Das heilige Land", frühe deutsche Burg des 10.-13. Jhs., ab 1000 burgwardim Niempsi bis Anfang des 13. Jhs. mehrfach als Besitzung des Kloster Nienburg an der Saale erwähnt, zum Burgwall gehörten sechs Dörfer, noch 1244 tritt ein castellanus de Nimiz auf. Ovaler Burgwall von 175 x 145 m Größe, in Haupt- und Vorburg gegliedert, Gelände steigt leicht zur Mitte an, besitzt teilweise noch eine Höhe von 3 bis 4 m, im 19. Jh. waren im Süden des Burgwalles noch Reste einer Kapelle sichtbar, die Kapelle war ca. 15 x 8 m groß
  • Schenkendorf: Stammsitz der 1300 erstmals erwähnten Schenken von Schenkendorf, einem Seitenzweig derer von Landsberg, sie besaßen das Schenkenamt bei dem Markgrafen der Ostmark, mit dem sie wohl unter Heinrich dem Erlauchten ausgestattet worden sind, ab dem 14. Jh. Entwicklung zur Herrschaft. Spornartige Burganlage von ca. 65 x 50 m, war Ende des 18. Jhs. noch allseitig von einem Wassergraben umgeben, ursprünglich zweiseitiger Wohn- und Wirtschaftskomplex, im Südwesten Ruine aus Feldsteinen und Ziegelmauerwerk mit Kreuzgratgewölbe vorhanden
  • Amtitz: Schloss und Wirtschaftshof nur noch als Ruine erhalten, südöstlich des Gutshauses noch Wassergrabensegment vorhanden.

Ankunft in Dresden gegen 17.00 Uhr.

Kosten: Einzelzimmer mit Frühstück: 115 €. Doppelzimmer mit Frühstück: 175 €

Anmeldungen bitte direkt an Herrn H.G. Knorr über hg.k99gmxde.

ABLAUF & KONDITIONEN zum download

Abbildungsnachweis: © AGiS

Mitglieder erhalten in diesem Jahr das aktuelle Archaeo-Heft sowie den Begleitband zur aktuellen Sonderausstellung "Das Ende der Steinzeit - Die ersten Bauern in der Lausitz" im Museum der Westlausitz Kamenz als Jahresgabe. Im Rahmen unserer Jahrestagung besteht am 25. April 2020 Gelegenheit, an einer Kuratorenführung durch diese Ausstellung teilzunehmen.

Abbildungsnachweis: © Museum der Westlausitz Kamenz

Bei unserem Besuch auf Burg Schönfels im Juni diesen Jahres wurde deutlich, wie viel Aufbauarbeit noch für die Erhaltung dieser einzigartigen Burg zu leisten ist. Unser Mitglied Dr. des. Susann Lentzsch geht diese Herausforderung mit viel Enthusiasmus an. Beim Aufbau einer kleinen Fachbibliothek möchten wir sie tatkräftig unterstützen. Wenn Sie Fachliteratur zu den Themen Archäologie, Baugeschichte, Kunstgeschichte, Sächsische Landesgeschichte o.ä. als Spende abgeben möchten, ist dies eine gute Gelegenheit. Vielleicht auch ein willkommender Anlass, daheim Platz zu schaffen!

Bei Vermittlung und Transfer sind wir als Archäologische Gesellschaft gern behilflich.

Wenn Sie Bücher spenden möchten, wenden Sie sich bitte über das KONTAKTFORMULAR an uns.

Eingehende Spenden werden mit den Namen der Sponsoren versehen, sofern Sie das befürworten.